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    • Wolfgang Graf Berghe von Trips. Ritter der Rennstrecke - Die Ausstellung - Automuseum Prototyp, Hamburg
    • De Tomaso ISI Formel Junior - Scuderia Colonia - Graf Trips - Automuseum Prototyp, Hamburg
    • Wolfgang Graf Berghe von Trips. Ritter der Rennstrecke - Die Ausstellung - Automuseum Prototyp, Hamburg
    • Wolfgang Graf Berghe von Trips. Ritter der Rennstrecke - Die Ausstellung - Automuseum Prototyp, Hamburg
    • Modell des Ferrari 156 F1 "Sharknose" - Graf Trips-Ausstellung - Automuseum Prototyp, Hamburg
    • Wolfgang Graf Berghe von Trips. Ritter der Rennstrecke - Die Ausstellung - Automuseum Prototyp, Hamburg

    Graf Berghe von Trips

    Wolfgang Graf Berghe von Trips – „Ritter der Rennstrecke“

    Wolfgang Graf Berghe von Trips (1928 – 1961) begeisterte auf dem Nürburgring mehr als 250.000 Menschen, als er als erster Deutscher im Formel 1-Rennstall von Ferrari um 1960 in der Königsklasse des Motorsports ganz vorne mitfuhr.

    Die Rennen des "Axel Linther"

    Auf einem gebrauchten Porsche 356 fuhr Trips seine ersten Autorennen und entdeckte schnell die Preisgelder als Möglichkeit, seine Teilnahme an den Rennen sowie die Kosten für ständige Reparaturen zu bezahlen. Meisterschaftstitel waren erst einmal Nebensache. Doch das sollte sich schnell ändern. Aus einer Fachzeitschrift erfuhr er, dass er nach einigen Rennen in der deutschen Meisterschaft der GT-Wagen bis 1600 ccm an erster Stelle stand – unter dem Pseudonym „Axel Linther“. Trips fuhr deshalb unter falschem Namen, weil er seinen Eltern die Rennfahrerei verheimlichte. Vor allem seine Mutter hatte stets große Angst um ihn.

    Erfolg im Ausland

    Porsche-Rennleiter Huschke von Hanstein verhalf Trips zu seinem ersten internationalen Renneinsatz als Beifahrer bei der Mille Miglia 1954. Zwei Jahre später feierte Trips Erfolge auf Porsche 550 Spyder zusammen mit Hans Herrmann in Sebring/USA, ebenso wie beim ADAC-1000-km-Rennen auf dem Nürburgring und dem 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Beim Großen Preis von Berlin auf der AVUS siegte Trips überlegen und fuhr die absolut schnellste Runde in allen Wagenklassen.

    Verbindung zu Porsche

    Obwohl Trips 1956 fast alle Rennen für Porsche fuhr, hatte er keinen Vertrag als Werksfahrer. Offiziell gab es bis 1957/58 noch nicht einmal einen Porsche-Rennstall. Doch Trips fühlte sich bei Porsche wohl und blieb der Marke auch weiterhin treu. Selbst als Trips seine erste Saison für Enzo Ferrari 1957 bestritt, hielt er sich stets die Option offen, auch auf Porsche Rennen zu fahren.

    Ritter der Rennstrecke

    Als Rennfahrer war für Trips die sportliche Fairness oberstes Gebot. So ließ er bei der Mille Miglia 1957, das erste Mal auf Ferrari fahrend, den Altmeister und Ferrari-Kollegen Piero Taruffi gewinnen, obwohl dieser kurz vor Ziel technische Probleme mit seinem Wagen bekam und Trips ihn mit Leichtigkeit hätte überholen können. Trips wusste jedoch, dass dem 51-jährigen am Ende seiner Karriere nur noch ein Sieg bei der Mille Miglia fehlte. Und so brach Trips das Überholmanöver ab und blieb die letzten 200 Kilometer hinter Taruffi.

    Scuderia Colonia

    Anfang 1960 gründete Trips den ersten reinen Rennfahrerverein in Deutschland, die Scuderia Colonia. Ziel war es, jungen Fahrern in dieser Sportfahrervereinigung bei der Vorbereitung der Fahrzeuge für Rennsportveranstaltungen als auch durch die technische Unterstützung an der Strecke zu helfen und gegenüber Behörden und Gesetzgebern die berechtigten Interessen von Motorsportlern zu vertreten.

    Der Gentleman

    Neben dem Rennfahrernachwuchs lag Trips als Gründungsmitglied und stellvertretendem Präsidenten des Deutschen Sportfahrerkreises (DSK) auch die Fahrsicherheit im Straßenverkehr sehr am Herzen. Als Instrukteur bei Fahrer-Lehrgängen versuchte Trips den zahlreichen Teilnehmern diesen „Geist der sportlichen Fairness, den man im Alltagsverkehr Rücksicht nennt“ zu vermitteln und sie in Grenzwertsituationen zu schulen, damit sie bei Gefahr richtig reagieren könnten.

    TCA

    In Modena baute Trips zusammen mit Valerio Colotti ab Ende 1959 Wagen für die neu gegründete Formel Junior-Rennklasse: den TCA (Trips-Colotti-Auto Union) mit einem DKW-Dreizylinder-Zweitaktmotor und dem Design des Ferrari-Karossiers Fantuzzi. Zwei dieser Mesterwerke befinden sich in der Ausstellung.

    Der erste Grand Prix Sieg auf Ferrari

    Ab 1960 fuhr Trips für Ferrari in der Formel 1 und Formel 2. Beim Großen Preis von Syrakus, einem Formel 2-Rennen, gewann er schließlich seinen ersten Grand Prix. Dies war der erste Grand Prix-Sieg eines Deutschen nach 1939. Auf der Solitude bei Stuttgart holte sich Trips seinen zweiten Formel 2-Sieg in einem taktisch klugen Rennen. Mit Hans Herrmann auf Porsche 718/2 – es ist der im Automuseum PROTOTYP ausgestellte Wagen – lieferte er sich ein packendes Duell, bis er in der letzten Runde die überlegene Leistung seines Ferrari ausspielte und als erster über die Ziellinie fuhr. In der Formel 1-Rangliste platzierte sich Trips am Ende der Saison schließlich auf dem sechsten Platz hinter Weltmeister Jack Brabham, Bruce McLaren, Stirling Moss, Innes Ireland und seinem Teamkollegen Phil Hill.

    Mit Ferrari als Führender vom Start ins Ziel

    Auch als 1961 Porsche mit dem modifizierten 718/2 in der Formel 1 mitfuhr, entschied sich Trips für Ferrari. Der Große Preis der Niederlande 1961 auf dem Dünenkurs von Zandvoort wurde ein glorioses Rennen des Wolfgang Graf Berghe von Trips, der vom Start weg führte und diese Führung bis ins Ziel nicht wieder hergab. Es war der erste Formel 1-Grand Prix-Sieg eines deutschen Rennfahrers seit Einführung der Formel 1 im Jahr 1950. Mit Jubel und Ovationen wurde Trips von den Zuschauern im Ziel erwartet. Der Formel 1-Weltmeistertitel rückte in greifbare Nähe.

    Tödlicher Unfall des "Fast"-Weltmeisters

    Beim Großen Preis von Italien in Monza am 10. September 1961, auf den Tag genau fünf Jahre nachdem Enzo Ferrari Trips als ersten Deutschen in seinen Rennstall aufgenommen hatte, hatte Trips die Chance, die Formel 1-Weltmeisterschaft für sich entscheiden. Doch das Rennen endete tragisch. Beim Einlenken in die Curvetta genannte 180°-Kurve des schnellen Monza-Kurses kollidierte Trips‘ Ferrari mit dem Lotus von Jim Clark und schleuderte in die Zuschauermenge am Streckenrand. Elf Zuschauer starben, ebenso wie der „Ritter der Rennstrecke“ Graf Berghe von Trips.

    Ausstellungskonzept

    Die Ausstellung zeigt neben Fahrzeugen und Exponaten aus eigenem Bestand Dauerleihgaben der „Gräflich Berghe von Trips’schen Sportstiftung zu Burg Hemmersbach“ und widmet sich nicht allein der Karriere dieses außergewöhnlichen deutschen Rennfahrers. Sie möchte vielmehr auch die facettenreiche Persönlichkeit von Trips näherbringen. 

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