JACKY ICKX ZU BESUCH

Buchpräsentation

Juli 2012 – Es war ein Abend, der bei den Anwesenden einen tiefen Eindruck hinterließ. Am 4. Juli 2012 lauschten im Rahmen einer Abendveranstaltung im Automuseum Prototyp mehr als 100 Gäste dem erfolgreichsten Allroundrennfahrer der Motorsportgeschichte: Jacky Ickx.

Aus Anlass der Veröffentlichung einer Sonderedition der autorisierten Biografie über seine Motorsportkarriere besuchte der belgische Rennfahrer zum ersten Mal die Hansestadt. Im Gespräch mit dem Moderator Martin Kummerow, selbst bekennender Jacky-Fan und Streckensprecher bei Rallyeveranstaltungen, plauderte er über persönliche Gedanken, Erinnerungen und Wünsche.

Als Junge dachte Jacky Ickx noch nicht über den Rennsport nach, auch wenn sein Vater ein bekannter Motorjournalist war. In der Schule saß er in der hintersten Bank und war durchweg zufrieden. Neben der Heizung war es im Winter angenehm war, und durch das Fenster schaute Jacky ein wenig verträumt nach draußen in die Natur. An ihr mochte er die Ruhe und stellte sich vor, eines Tages einen Beruf wie den des Wildpflegers zu ergreifen.

Die so beschauliche Ruhe des Schulalltags wurde nur von den Tagen der Zeugnisausgabe unterbrochen. An diesen Tagen musste Jacky seinen Eltern Besserung bei den schulischen Leistungen geloben. Als Motivation hierfür schenkten sie ihm ein Motorrad. Und so fing alles an…

Ohne seine Familie, seine Freunde und Förderer wäre er wohl nicht der Rennfahrer geworden, der er schließlich werden sollte. „Das Schicksal meinte es gut mit mir.“ Und so betonte Ickx an diesem Abend die Bedeutung all derjenigen, die sein Leben begleiteten und prägten – bis hin zum Publikum, dem er dieses Buch gewidmet habe: „Als Rennfahrer steht man zwar im Mittelpunkt, doch der Sieg ist Teamarbeit. Die Mechaniker geben genauso ihr bestes, und ohne sie gibt es keinen Sieg. Wir waren ein Team – eine Familie“, so Ickx über seine Zeit bei Rennställen wie Ferrari und Porsche.

„Ich hatte einen sehr fleißigen Schutzengel. Doch nach 30 Jahren im Motorsport sagte er eines Morgens zu mir: »Jacky, ich kann nicht mehr. Ich habe so lange auf Dich ausgepasst, dass ich nun keine Flügel mehr habe und mein Haar grau geworden ist. Es reicht!« Und da wusste ich, dass ich aufhören sollte“, erzählte Jacky über seinen Ausstieg aus dem Profirennsport.

Viele seiner Freunde starben bei Rennunfällen – viel zu viele. Sich als Vorreiter für mehr Sicherheit im Rennsport zu sehen, als er beispielsweise in Le Mans 1969 beim Start nicht zum Auto lief, sondern die anderen davonfahren ließ, um sich erst einmal anzuschnallen und dennoch das Rennen gewann, das lehnte Jacky jedoch bescheiden ab. „Ich hatte einfach die Wahl, mich bei über 300 km/h auf der Geraden anzuschnallen, wie das andere Fahrer taten, oder direkt beim Start. Also ließ ich die anderen fahren, da ich doch 24 Stunden Zeit hatte, sie wieder einzuholen.“

Wenn sich Jacky Ickx heutzutage ein Formel 1-Rennen anschaut, fragt er sich schon ab und zu, ob er das wirklich auch einmal mitgemacht hat. Diese Frage stellte er sich auch, als er die Biografie betrachtete, die von vier jungen Belgiern gestaltet wurde und über Fotografien zum Leser spricht. „Ich wollte keine detaillierten Texte“, so Ickx.
Jacky schwelgt nicht in vergangenen Zeiten oder trauert ihnen nicht hinterher, sondern blickt auf das Hier und Heute. Und so war und ist es ihm ein besonderes Anliegen, darauf hinzuweisen, dass der Erlös des Bücherverkaufs den SOS Kinderdörfern zugute kommt, um Menschen zu helfen, denen es nicht so gut gehe wie uns selbst.
Zum Schluss war es Jacky, der sich beim Publikum bedankte. Er war ergriffen von all der Aufmerksamkeit, die ihm entgegengebracht wurde. Und die Zuhörer dankten ihm mit Applaus für einen Abend, der weniger eine Präsentation gewesen ist, sondern eher ein Gespräch unter Freunden, in welchem jeder persönlich mit ihm zusammen auf der Bühne gesessen zu haben scheint, um sich in aller Ruhe mit ihm zu unterhalten.

Und so verwundert es nicht, dass bei der anschließenden Signierstunde die Schlange der Wartenden kaum ein Ende nehmen wollte.

Das Automuseum Prototyp sagt »Danke Jacky!« für diesen wunderbaren Abend.

Einblicke in die bei Delius Klasing erschienene Biografie „Jacky Ickx“ können Sie sich hier ansehen:

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